Der
Dispositionskredit wird umgangssprachlich auch kurz als
Dispokredit bezeichnet und wird dem Kunden unter bestimmten
Voraussetzungen auf dem Girokonto zur Verfügung gestellt.
Insgesamt betrachtet zählt der Dispokredit zu den am häufigsten
genutzten Darlehensarten überhaupt, obwohl oder vielleicht
gerade weil er sich zumindest in einem Punkt sehr deutlich von
den meisten anderen Kreditarten unterscheidet. Beim Dispokredit
ist es so, dass dem Kunden nicht ein bestimmter Darlehensbetrag
zur Verfügung gestellt wird, sondern dem Kunden wird vielmehr
eine Kreditlinie zugesagt, bis zu der er sein Girokonto auch im
Soll nutzen kann, also überziehen kann. Der Kunde muss diesen
zugesagten Kredit also nicht in Anspruch nehmen, sondern es
besteht lediglich die Option dazu. Der Vorteil liegt für den
Kunden darin, dass er natürlich auch nur die Kredit- bzw.
Sollzinsen für den Betrag zahlen muss, den er innerhalb der
Kreditlinie auch tatsächlich nutzt.
Beim Dispokredit gibt es keine feste
Rückzahlungsvereinbarung und keine Raten
Der größte Unterschied zwischen dem Dispokredit und nahezu allen
anderen Kreditarten besteht darin, dass der Kunde diesen Kredit
auf zunächst einmal unbestimmte Zeit erhält. Es ist auch, von
besonderen Vereinbarungen abgesehen, nicht nötig seitens des
Kunden, dass er den in Anspruch genommenen Betrag bis zu einem
festgelegten Zeitpunkt zurückführt. Auch wenn der
Dispositionskredit ursprünglich zur Überbrückung von
kurzfristigen Liquiditätsengpässen gedacht war, so wurde dieser
Grundgedanke im Laufe der Jahre durch die Praxis immer mehr
verdrängt. Heute ist es so, dass rund Dreiviertel alle Personen,
die einen Dispokredit besitzen und schon einmal in Anspruch
genommen haben, diese Kreditlinie fast durchgängig in mehr oder
weniger großem Umfang ausschöpfen. Der Dispokredit wird also von
vielen Kunden auf eine Dauer von vielen Jahren oder sogar
Jahrzehnten in Anspruch genommen.
Beim Dispokredit handelt es sich um einen sehr teuren
Kredit
Auch wenn der Dispositionskredit sehr flexibel genutzt werden
kann und sicherlich einige Vorteile bietet, so ist in dem
Zusammenhang aber auf jeden Fall auch ein großer Nachteil des
Dispokredites zu nennen, nämlich das dieser im Vergleich zu
anderen Krediten häufig sehr teuer ist. Besonders die zuvor
genannten Kunden, die den Dispokredit über viele Jahre in
Anspruch nehmen, wären oftmals mit einem Ratenkredit deutlich
besser beraten, da dieser günstigere Konditionen anbietet. Je
nach Anbieter und hin- und wieder auch abhängig von der Bonität
des Kunden, muss man für den Dispokredit heute Sollzinsen in
Höhe von 11 bis zu 15 Prozent einkalkulieren. Aus diesem Grunde
sollte man den Dispokredit wenn möglich wirklich nur für
kurzfristige Liquiditätsengpässe nutzen, und diesen nicht zu
einem dauerhaften Darlehen „umfunktionieren“.