Der Immobilienkredit ist sicherlich vom jeweiligen Darlehensbetrag her der Kredit mit den höchsten Kreditsummen im privaten Bereich. Je nach Kauf- oder Baukosten einer Immobilie bzw. eines Grundstückes, können die vergebenen Darlehenssummen teilweise sogar über einer Millionen Euro liegen. Im Durchschnitt bewegen sich die im Rahmen des Immobilienkredites vergebenen Kreditbeträge zwischen 100.000 und 250.000 Euro für Privatkunden. Der Immobilienkredit wird oftmals auch als Baudarlehen, Baukredit oder auch etwas spezieller als Hypothekendarlehen oder
Annuitätendarlehen bezeichnet. Auch das Bauspardarlehen wird hin unter wieder unter den Begriff des
Immobilienkredites eingeordnet, wobei im allgemeinen Sprachverständnis allerdings in erster Linie das Hypothekendarlehen mit dieser Bezeichnung gemeint ist. Neben den relativ hohen Kreditbeträgen zeichnet sich der Immobilienkredit als Kreditart aber noch durch einige weitere Besonderheiten im Vergleich zu den meisten anderen Kreditarten aus.
Der Immobilienkredit zeichnet sich durch niedrige Zinsen und lange Laufzeiten aus
Neben der oftmals hohen Darlehenssumme, folgt fast zwangsläufig das zweite Merkmal des Immobilienkredites, nämlich die sehr langen Laufzeiten dieser Darlehensart. Da man eine Darlehnsschuld von oftmals über 100.000 Euro natürlich nicht in wenigen Jahren abzahlen kann, betragen die durchschnittlichen Laufzeiten eines Immobilienkredites zwischen 20 und 30 Jahren.
Hinsichtlich der Zinsen und der Tilgung des Immobilienkredites in Form des Hypothekendarlehens (Annuitätendarlehen) gibt es zwei Besonderheiten dieser Kreditart. Zum einen zeichnen sich Immobilienkredite durch sehr günstige Zinssätze aus, wenn man diese mit anderen Kreditarten vergleicht. Momentan (Stand April 2009) liegen die Hypothekenzinsen bei einer Zinsfestschreibung von fünf Jahren zum Beispiel nur noch bei knapp über drei Prozent effektivem Jahreszinssatz.
Zum anderen zeichnet sich das
Hypothekendarlehen aber auch dadurch aus, dass der Kreditnehmer nicht wie zum Beispiel beim Ratenkredit immer von der ursprünglichen Darlehenssumme die Zinsen zu zahlen hat, sondern es findet eine Verrechnung der Tilgung statt. Somit wird im Laufe der Zeit der Anteil der Zinsen an der Kreditrate immer geringer.
Der Immobilienkredit / das Hypothekendarlehen werden durch eine Grundschuld besichert
Aufgrund der relativ hohen Kreditsummen wird die
Immobilienfinanzierung als Hypothekendarlehen natürlich fast ausnahmslos nur dann vergeben, wenn der Kreditgeber eine ausreichende Sicherheit vom Kreditnehmer gestellt bekommt. Die typische Sicherheit im Rahmen dieser
Baukredite ist die Hypothek bzw. in der Praxis in der Regel inzwischen die Grundschuld. Es handelt sich dabei jeweils um ein Grundpfandrecht, wobei die Hypothek inzwischen eher in den Hintergrund getreten ist, weil diese immer an das Bestehen einer Forderung gebunden ist (streng akzessorisch), wohin gegen die Grundschuld nicht an eine spezielle Forderung gebunden ist. Die Grundschuld existiert als Buch- oder Briefgrundschuld und wird jeweils in das Grundbuch eingetragen. Der Kreditgeber kann in bestimmten Fällen das Grundpfandrecht der Grundschuld nutzen, und das finanzierte Objekt im „äußersten“ Fall auch durch eine Zwangsversteigerung verwerten.